Eine Brücke auf 120 Achslinien
Die Vermeidung langer Streckensperrungen hat bei vielen Bahnbaustellen oberste Priorität. Bei Ersatzbauten von existierenden Brücken bedeutet das, dass die neue Brücke soweit wie möglich neben ihrem zukünftigen Einbauort gebaut wird. Während einer Sperrpause von wenigen Wochen wird die alte Brücke abgerissen und durch die neue, quasi fertige Brücke ersetzt; dabei kommen Krane, SPMT und/oder Verschubbahnen zum Einsatz. Diese Vorgehen hatte ich bereits für Fridingen, Mengen und Heidenheim beschrieben.
Auch in der Felix-Wankel-Strasse in Neckarsulm hat sich die DB InfraGO für diesen Ansatz entschieden. Die Brücke hier war aber von der etwas schwereren Sorte: gut 1500 Tonnen. Damit scheidet Einheben per (realistisch verfügbarem) Kran aus. Auch ein Verschub per Hydraulik und Verschubbahn war nicht praktikabel, denn erstens musste die Brücke "ums Eck" verschoben werden, und zweitens musste sie auch noch um die zwei Meter abgesenkt werden. Zum Einsatz kamen also SPMTs und ein Hubgerüst.
Für den Transport der Brücke hat der GU Leonhard Weiss die belgischen Schwerlastspezialisten Sarens beauftragt. Die sind mit 120 SPMT-Achslinien von Scheuerle angerückt, die zu einer "Plattform" von 6 x 20 Achsen zusammengebaut waren. Auf den SPMT stand ein Hubgerüst, an dem die Brücke "aufgehängt". Insgesamt wog das komplette Ungetüm um die 2500 Tonnen.
Innerhalb einer knappen Stunde waren die SPMT vom Bauplatz der Brücke in die endgültige Positon gefahren. Dann dauerte es nochmal ein paar Stunden bis das Hubgerüst abgestapelt wurde. Daneben wurde auch der AC7.450 von Wiesbauer aufgebaut. Der wurde eingesetzt um die "Kisten" des Hubstapels wegzuheben. Er kam auch beim Auf- und Abbau des Hubgerüsts zum Einsatz.



SCROLL-GALLERY ÖFFNEN 

