Hartinger's LTM 1350 beim WKA-Abbau

Schlamm, Dreck, Nacht, Schnee. Und ein Knallroter Sechsachser mittendrin.

Anfang November bin ich ein paar Platzrunden geflogen mit der Bristell des Vereins. Weit weg geflogen bin ich nicht, das Wetter war nicht sooo toll. Als ich bei Gussenstadt rumgeflogen bin sehe ich unter mir an einer Windkraftanlage einen Kran. Gleich mal etwas tiefer gegangen und zwei, drei Kreise gemacht. Und ein paar Fotos. Auf denen war dann nachher Hartinger lesbar. Ich habe das dann koordiniert und bin ein paarmal vorbeigegangen um den Kran in verschiedenen Bild dann in der Kran und Schwerlast-Facebookgruppe gepostet, und schwupps hat sich der Kranfahrer gemeldet. Mit dem hab ich mich dann abgesprochen und den Kran dann in verschiedenen Situationen fotografiert.

Beim ersten Mal als ich beim Kran aufgetaucht bin, war der Kran grade an eine andere Anlage gefahren. Es wurde grade aufballastiert mit Hilfe des (kräftigen!) Ladekrans der MAN-Zugmaschine. Der Ausleger war eingefahren, die Gitterspitze und Abspannung war montiert. Ich wollte eigentlich auch Drohnenfotos machen, allerdings war die SD-Karte nicht drin und die Kamera hat nur Bilder mit (gefühlt) 10 auf 10 Pixel gemacht. Fail.

Ich musste also nochmal hin, am Wochenende danach. Da war sonst keiner da, aber das macht ja für ein paar Drohnenbilder nichts. Inzwischen war die Anlage neben dem Kran übrigens verschwunden, die Blätter waren schon verkauft und abtransportiert, die Turmsegmente lagen auf dem Boden. Hintergrund der Arbeiten ist übrigens das Repowering: einige alte, kleine Anlagen werden abgebaut und durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Die neuen kommen wohl im Mai 2024.

Beim nächsten Mal war ich dort als der Kran zur nächsten Anlage umgesetzt hat. Das war spannend, denn erstens war es Nacht -- was immer zu spannenden Fotos führt wenn es genug Lichtquellen gibt -- und zum anderen ist ein fahrender, teilweise aufgebauter Kran einfach cool. Danke Nils fürs Bescheid geben :-)

Dann kam Schnee. Seit Jahren mal wieder schon Ende November. In der Zwischenzeit war der Kran wieder aufballastiert und der austeleskopiert und an den Rotor angegurtet. Der war aber noch fest mit der Nabe verbunden, denn der Hub wurde wegen zu viel Wind verschoben. Was auffällt ist, wie nahe der Kran an der Anlage steht. Um mit dem 350-Tonner in dieser Höhe die zum Abbau notwendigen Lasten heben zu können muss der Nacken komplett aufgestellt sein -- was dazu führt, dass der Kran recht nah an der Anlage steht. Beim eigentlichen Abbau des Rotors war ich dann leider nicht dabei ... ich musste arbeiten.

Ein weiteres mal war ich dann noch dort. An einem wunderbaren schönen kalten, klaren Spätnachmittag. Die Farben waren super, der Kontrast des (optisch) kalten Schnees und des warmen Sonnenlichts auf dem roten Kran war klasse. Schönes Gefährt :-)

Bei der Gelegenheit sind auch noch ein paar schöne Bilder von der Landschaft dort und den anderen Windkraftanlagen entstanden. Der nach Sonnenuntergang noch aufziehende Nebel gab dem ganzen noch einen besonderen Touch. Das war ein schöner Abend!